Unsere Stimme wirkt, noch bevor sich unser Gegenüber auf den sprachlichen Inhalt konzentriert. Aber was kann Stimme eigentlich? Viel. Sie ist entscheidend für Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit.
Ein kleines Leseexperiment
bewegenwirunsdementsprechendstimmlichmodulationsfreientstehteineffektwiehierdargestelltwirerhalteneinfachzuvielwertgleicheinformationdiewirinihremausmaßundinihremzusammenhangnichtmehrnachwichtigkeitundnichtsinnstiftendverarbeitenkönnenunsergehirnbeginntseineressourcenzufokussierenundlöscht
Was waren die ersten fünf Worte?
Und jetzt?
Fehlen die Ankerpunkte?
Ohne Gliederung wird das Lesen mühsam. Eine monotone Stimme erzeugt den gleichen Effekt: Wir hören eine Endloskette von Worten. Unsere Aufmerksamkeit bewegt sich rasch gegen null.
Stimme verhindert das, indem sie für Orientierung und Verständnis sorgt. Wir betonen Wichtiges und geben Luft, Verständnis zu erzeugen. So sorgen wir für markante Ankerpunkte.
Für den Lesetext links würde das bedeuten: Wörter trennen, Absätze einfügen, Wichtiges fett schreiben. Zum Beispiel:
Bewegen wir uns dementsprechend stimmlich modulationsfrei, entsteht ein Effekt wie hier dargestellt …
Der Wortlaut bleibt. Unser Aufmerksamkeitsfokus verändert sich.
Aus „Der ICH Erfolg“ von Otto Walter Ebenbichler · Kapitel 3.4, Seiten 110–117 · Für diesen Seitenentwurf redaktionell gekürzt und aufbereitet.